Verzweiflung & Begeisterung

… und alles an nur einem Tag!

In der Früh hatte ich wieder einmal einen extremen Angsthasen an der Leine. Yumi zeigte Angst vor Jedem und Allem. Nichts an diesem Morgen war anders, keine fremden Geräusche, keine anderen Hunde, lediglich eine junge Frau kam des Weges, um vermutlich Brötchen für ein lecker Frühstück beim Bäcker nebenan zu kaufen. HACH, was hätte ich dafür gegeben, mich an ihren Tisch setzen zu können, einen heissen, grünen Tee zu schlabbern und in eine Erdbeermarmeladenbrötchenhälfte zu beissen. Meine Realität an diesem eisekalten Samstagmorgen aber, an dem alle anderen Menschen noch zu schlafen schienen, sah anders aus. Mein Welpe lag völlig verängstigt auf dem Bauch, bis die Frau passierte. Zu bewegen war sie wieder einmal gar nicht mehr, blockierte 100%.  Und all das auf unserem 5-Minuten-Pfad. Ich war wirklich verzweifelt. Immer wieder diese unverständlichen Angstschübe. Oder hatte die L2-Impfung vom Vortag mit ihrem schrägen Verhalten zu tun? Vielleicht aber auch kreischte eine Fledermaus in ultraschallmanier aus der nahe gelegenen, verwaist- und verfallenen Feuerwehrstation herüber? Das schließlich hören Hunde, aber nicht wir Menschen. Im Haus selbst ist Yumi gechillt und mitunter derart aufmüpfig, dass wir derweil streng durchgreifen müssen. In einigen Wochen nämlich steht uns eine kräftige Wölfin gegenüber, die bis dahin gelernt haben muss, mit Menschen respektvoll umzugehen.

Nachmittags dann die Überraschung. Meine Tochter kam uns besuchen und nahm ganz langsam Kontakt zu Yumi auf, bzw. Yumi durfte in ihrem Tempo mit Nina Kontakt aufnehmen. Dieser verlief zuerst über Ninas Hand, die sie am Stuhl herunterhängen ließ. Schon bald gingen wir für ein paar Minuten alle miteinander spazieren, damit sich die Hündin lösen konnte. Zu meiner großen Überraschung lief sie wie eine Eins bei mir an der Leine und schien meine Tochter spontan zu mögen, was mich nicht weiter wunderte, denn meine Tochter ist sowas wie eine begnadete Tierflüsterin. Das ist ihr in die Wiege gelegt. Sie wuchs mit Hunden auf und ist seit Kindertagen Pferdebesitzerin, hat bis dato die lustigsten und bewegendsten Anekdoten auf Lager. Ich höre ihr so gern zu wenn sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit ihren Tieren berichtet. Dazu gehören seit einigen Jahren auch Katzen. Für mich sind das stets Sternstunden. ❤

Scheute Yumi bis gestern vor Fahrrädern, wollte sie am Nachmittag doch glatt einem hinterher jagen. Tz … verstehe einer einen Akita … 😀

Ich war jedenfalls begeistert von Yumis Energie und ließ mich von meiner Tochter spiegeln. „Aber Mama,“ beschwichtigte sie mich, „sie ist doch noch so klein. Sei geduldig, sie lernt das schon noch!“ Sie berichtete mir von ihrer jungen Tinker-Stute, die seit 2 Jahren in der Familie ist. Die ersten Wochen ließ sich das schwere, damals vierjährige Kaltblut nicht wirklich anfassen von ihr und sprang sogar einige Male über mein Kind hinweg, stieß sie um und verpasste ihr damit jede Menge blauer Flecken. Das hätte aber auch anders ausgehen können …  Mittlerweile sind beide ganz dicke miteinander. Nina gestand mir im selben Atemzug, mir das bisher deshalb verschwiegen zu haben, damit ich mir keine Sorgen hätte machen müssen … Verstehe einer Menschenkinder …

Nur ich bin normal … 😀

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