Unmissverständlicher Fußabdruck

… in unserer Hütte!

Heute in aller Früh – genau genommen war es tiefe Nacht – dachte ich, ich müsse den Tierarzt alarmieren, da ich den Verdacht hatte, Yumi könne sich über Nacht mit Tollwut infiziert haben. Vielleicht hat ja eine der Amseln, die ich regelmäßig füttere, Tollwut? Ja, so könnte sich die Ansteckung zugetragen haben…  Yumi war wie ausgewechselt, biss mir rotzfrech in die Füße mit ihren spitzen Zähnchen, tobte wie von der Tarantel gestochen durchs Zimmer, linste mich aus ihrem letzten Augenwinkel an und zog dabei kräftig an der Tischdecke, die ich, mutig wie ich bin, noch nicht entfernt hatte.

Sie schüttelte wie wild ihren Schmuseelch und schmiss ihn dabei Haken schlagend  quer durch den Raum. Wieder Bisse im Vorbeirennen  in meine Füße und Waden – dieses Biest, dachte ich! Sie muss Tollwut haben!  Oder hat ihr jemand über Nacht verraten, dass sie Akita von Beruf ist? Dann machte sie zu allem Überfluss ein Pfützchen auf den Teppich … na-toll. Dabei war sie noch gestern beinahe stubenrein, pieselte am Vormittag nur ein kleines Pfützchen verlegen neben Martins Lieblingssessel.

Unsere Maus kommt mehr und mehr bei uns an und probiert sich aus, will wissen, ob ich es ernst mit ihr meine, lotet Grenzen aus und will bekümmert werden. Nicht zuletzt könnte es sich durchaus auch um reine Lebensfreue handeln, wenn ein Baby derart ausrastet?

Sei es drum, der Tobsuchtsanfall mündete in eine kleine Kotzattacke – weißer Schaum! Oder doch Tollwut? 😉 Seit Neuestem dauerhaft im Halbschlafmodus, fand ich mich mit der frechen Liese an der Leine im dunklen, kalten Garten wieder, nachdem ich Kotz‘ und Pipi weggewischt hatte. Dort biss sie zickig in jeden Busch und begann zu buddeln. Das könnte sich wohl noch einige Male genau so zutragen, mahnt mein Bauchgefühl.

Ihrer Trockenfuttermäkelei am späten Abend bis heute Früh begegnete ich geduldig und konsequent und stellte ihr den Napf mit dem Welpenfutter von Platinum (Werbealarm …) insgesamt drei mal wieder hin, bis schließlich alles weggeputzt war. Ich animierte sie zum Fressen, indem ich ihr den einen oder anderen Brocken direkt aus der Hand fütterte. Das soll ja gut für die Bindung sein habe ich in einem schlauen Buch gelesen. Heute kochte ich ihr zur Beruhigung ihrer Verdauung Möhren mit Basmatireis und mischte gekochtes Hühnchenfleisch drunter, denn ihr Kot war etwas zu weich. Die Mahlzeit war noch lauwarm und duftete besonders aromatisch, so dass Miss Faustdick keine Chance hatte, erneut zu mäkeln. Hätte sie gemäkelt, ich hätte das lecker Essen vermutlich selbst gegessen … Ich muss ja als Akitabesitzerin schließlich auch bei Kräften bleiben!

Unsere Wutzeline setzt bereits als Baby unmissverständlich ihre beeindruckenden Fußabdrücke. Wir bekommen eine Ahnung, was uns da zukünftig noch so an gebündelter Energie ins Haus steht. Wir wollten es ja nicht anders … 😀

Ich erinnere mich an meine Neufihündin, die zwar enorm groß und schwer herangewachsen war, aber ein im Vergleich geradezu träges Gemüt dagegen bot. Erfahrungen sind also manches Mal für die Katz‘, obwohl wir es hier nicht mit einer Katz‘ sondern eindeutig  mit einem speziellen Wolf zu tun haben, nämlich dem Akita, der begonnen hat, seine unverwechselbaren Fußabdrücke in unser Leben zu setzen.

 

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